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1024px-Room 823743Zur Diskussion über eine Umzugsprämie für Senioren erklärt das Mitglied der Enquetekommission des Landtags „Älter werden in MV" und baupolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rainer Albrecht:

„Es ist richtig, Überlegungen anzustellen, um der Wohnungsnot in Ballungszentren zu begegnen. Allerdings halte ich den Vorschlag einer staatlichen Umzugsprämie für Senioren bei einem Wechsel von einer großen in eine kleinere Wohnung für wenig geeignet.

Alle Studien zum Thema, die wir in der Enquetekommission ausgewertet und diskutiert haben, verweisen darauf, dass die Senioren so lange wie möglich in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben möchten. Deshalb sollte auf die älteren Mieter kein direkter oder indirekter Druck ausgeübt werden, ihre Wohnungen zu verlassen.

Innerhalb der Wohnungsgesellschaften gibt es hingegen mit dem Umzugsmanagement bereits geeignete Ansprechpartner, an die sich Mieter auf freiwilliger Basis wenden können, wenn der Wunsch auf eine kleinere Wohnung vorhanden ist. Diese individuelle Beratung hat sich z.B. bei der Wiro in Rostock bewährt. Wir brauchen daher keine staatliche Subvention dieser Vermieteraufgabe.

Zudem sehe ich einen weiteren negativen Aspekt der Umzugsprämie. So würden bei einem Wohnungswechsel innerhalb eines Ballungszentrums beide Mieten steigen. Diese Mieterhöhungen sind nicht nur im Einzelfall ungerecht, sondern würden auch zu einem allgemeinen Anstieg des Mietspiegels führen. Damit müssten letztendlich alle Mieter zahlen.

Aus meiner sich kann eine Umzugshilfe im Einzelfall Sinn machen, z.B. wenn es um einen Umzug von Senioren aus einer sehr ländlichen Umgebung in die nächstgrößere Stadt geht. Das hat aber mit dem Prämien-Vorschlag zur Linderung der Wohnungsnot in Ballungszentren nichts zu tun", verdeutlicht Albrecht.

Foto: Felipe Micaroni Lalli