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In der heutigen Sitzung der Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ stellte der Chef der Staatskanzlei, Dr. Christian Frenzel, den Stand der Planungen zur Ehrenamtsstiftung der Landesregierung vor. Im Anschluss erläuterte das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung seniorenpolitische Aspekte des Landesraumentwicklungsplanes und stellte darüber hinaus die neue Raumkategorie "Ländliche Räume mit besonderen demografischen Herausforderungen" vor. Vertreter der kommunalen Landesverbände gaben zu diesem Thema kurze Statements ab. Hierzu erklären Julian Barlen Obmann der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission und Rainer Albrecht, Sprecher der SPD- Landtagsfraktion für Landesentwicklung:

Julian Barlen:
„Gegenwärtig engagieren sich in M-V etwa 500.000 Menschen für den Sport, die Feuerwehr, für die Belange von Kindern, Familien und älteren Menschen, für die Kultur, Politik und Religion. Dieses Engagement macht das Leben vieler Menschen angenehmer und trägt dazu bei, eine solidarische und weltoffene Gesellschaft zu gestalten. Deshalb wollen wir das freiwillige Engagement flächendeckend und nachhaltig stärken. 

Die Initiative von Ministerpräsident Erwin Sellering zur Gründung einer Ehrenamtsstiftung wird einen wichtigen Beitrag hierzu leisten. Mit der Stiftung werden die Rahmenbedingungen gerade für die zunehmende Zahl bürgerschaftlich Engagierter, die nicht in festen Strukturen eingebunden sind, verbessert. Zudem bieten die auf Landkreisebene angesiedelten `Mitmach-Zentralen´ engagierten und interessierten Menschen wertvolle Unterstützung. 

Beides sind wichtige Bestandteile einer integrierten Landes-Engagement-Strategie, die auch im ersten Zwischenbericht der Enquete-Kommission empfohlen wurde. Diese muss die Anerkennung von ehrenamtlich Aktiven, den Ausbau der Vernetzungs- und Informationsangebote für freiwilliges Engagement auch im Internet, die Stärkung der Beratung, den besseren Zugang zu vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten u. a. zu rechtlichen, finanziellen und sozialen Themen sowie die konkrete Hilfe vor Ort beinhalten.“

Rainer Albrecht:
„Das Landesraumentwicklungsprogramm beschreibt mit der Kategorie der ‚ländlichen Räume mit besonderen demografischen Herausforderungen‘ erstmals welche Regionen besonders von sinkenden Einwohnerzahlen und Alterung der Gesellschaft betroffen sein werden. Dies geschieht anhand von Indikatoren, wie bspw. der Einwohnerentwicklung, dem Seniorenanteil oder der Zuwanderung,

Die neue Kategorie dient zunächst der Verortung der Herausforderungen, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben und ermöglicht die zielgerichtet Entwicklung dieser Räume mit einem angemessenen Instrumentarium. So ist sichergestellt, dass diese Gebiete nicht vergessen werden.

Im Weiteren müssen wir ressortübergreifend und gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden darüber nachdenken, wie die Zentren in solchen Regionen gestärkt werden können, um die Versorgung im peripher-ländlichen Raum zu gewährleisten. Zudem gilt es zu überlegen, welche Standards und Normen angepasst werden können, um den Alltag in diesen Gebieten zu erleichtern. 
 

Hintergrund
Die Enquete-Kommission „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ wurde vom Landtag eingesetzt, um politische Maßnahmen zur Anpassung an die älter werdende Gesellschaft zu empfehlen. Sie setzt sich aus elf Mitgliedern des Landtages und zehn externen Fachleuten zusammen und tagt öffentlich. In den sechs Themenfeldern „Wohnen im Alter“, „Alter und Gesundheit/Pflege“, „Mobilität im Alter“, „Bildung/Arbeit“, Bürgerschaftliches Engagement/Gesellschaftliche Teilhabe“ und „Infrastruktur“ erarbeitet die Kommission auf Grundlage von wissenschaftlichen Gutachten und im Dialog mit den zuständigen Ministerien und Experten aus der Praxis Vorschläge für eine zukunftsfeste Seniorenpolitik.